Plötzlich deutsche Meisterin und Qualifikation als Pro-Athletin – 14. Deutsche Meisterschaft GNBF e. V.

Fortsetzung von 14. Deutsche Meisterschaft GNBF e. V. – Der Wettkampftag

IMG_7012… Nun stand ich dort oben und Elena Grass -Jurymitglied und Gesamtsiegerin Bikini 2016- überreichte mir den wunderschönen Pokal sowie eine Mealprep-Tasche. Mein Körper kribbelte, das Publikum jubelte und Familie & Freunde waren außer sich. Ich auf Platz eins, völlig sprachlos und Elena übergab mir das Mikrofon: Was sollte ich nun sagen? Mir kam es in den Sinn mich direkt bei Carmen, meinen Eltern und meinem Bruder zu bedanken. Als ich aber ins Publikum schaute, wusste ich, wenn ich nun noch Namen aufzähle oder versuche mich explizit bei meinen Lieben zu bedanken, werden mir direkt die Freudentränen die Wange runterkullern. Mit zitternder Stimme blieb also der Dank an meine Familie und Freunde. Daraufhin folgte ein Siegerfoto und dann musste ich auch schon die Bühne verlassen. Puu..uu..h so viel Glück, Freude und Dankbarkeit in mir. Ich hatte gerade einmal einen Fuß von der Bühne gemacht, schon sprach mich eine junge Frau an, Melanie. Sie schilderte mir kurz, dass sie mit mir die Dopingkontrolle durchzuführen hätte und bis dahin mein Schatten sei – ich hatte lediglich kurz Zeit für Beglückwünschungen, Fotos und um etwas zu Trinken und mir was überzuziehen. Kurzzeitig hatte Melanie meinen freudigen Moment unterbrochen, aber dann fiel mir Hagen in den Arm und auch Berend Breitenstein gratulierte mir. Als nächstes hatte ich Patrick im Blick, doch wo war Carmen? Sie stand direkt hinter ihm – sie hatte das Gesicht voller Tränen und schluchzte nach Luft. Wir fielen uns in die Arme, nie hatten wir uns so umarmt – voller Glück, Stolz und Freude. Nicht nur dass ich es geschafft hatte, für mich war es die Dankbarkeit ihr gegenüber. Carmen hatte mich nicht nur an diesem Tag begleitet, denn sie ist schon mehrere Jahre meine Wegbegleiterin und sie ist letztlich auch die, die immer an mich glaubt, wenn ich mal die Hoffnung verliere oder zu bescheiden mit mir bin. Wir drückten uns so fest, verflossen gemeinsam Tränen und ich hatte tatsächlich das Gefühl, meine Maus würde mir gleich im Arm zusammenbrechen – eine Freundin, die die Freude so mit mir teilt, was wollte ich mehr. Danach fiel ich Patrick in die Arme, dank seinen Tipps und Zuspruch in den letzten 3 Wochen konnten wir meinem Körper den Feinschliff verpassen. Der Fotograf Marc Schumacher machte Backstage noch Fotos von mir – auch eins mit meiner lieben Carmen. Im Anschluss daran haben wir uns auf den Weg zu unserem Platz gemacht. Unterwegs wurden Hagen und ich, mittlerweile zum dritten Mal, von Pascal & Stefan interviewt. Wer hätte beim ersten Interview damit gerechnet – ich nicht 😀

Meine Familie konnte ich leider nicht antreffen, da es direkt mit Melanie zur Dopingkontrolle ging. Dort hieß es Personalien aufnehmen und warten bis das WC frei war. 90 ml Urin sollte ich abgeben. Ich hatte die Schätzung, dass es kein Problem sei. Nach dem Öffnen von gefühlten sechs Sicherheitstüten und meinem ersten WC Besuch unter fremder Beobachtung brachte ich gerade einmal 55 ml ins Döschen – na super! Und jetzt? Im nächsten Raum: Urin umfüllen, Verpackungen entsiegeln, Nummern abgleichen, Gefäß verschließen, Nummern aufkleben, Siegeln und und und… eine lange und zeitaufwändige Prozedur. Von dort an bekam ich wieder Melanie an meine Seite und mir blieben 30 Minuten Zeit die Blase zu füllen. Naja was hatte ich zuvor erwartet? Tagsüber hatte ich maximal insgesamt 250 ml Flüssigkeit zu mir genommen. Mein Körper war fast restlos entwässert. In der halben Stunde, die mir blieb konnte ich kurz Carmen, Peggy, Alice und Patrick wieder treffen,20171104_211643 mich umziehen und 2,5 Liter Wasser trinken. Es ging zurück in die Dopingkontrolle. Alle standen am WC an, ich wollte einfach nur die übrigen 35 ml dort lassen und endlich zu meiner Familie. Die aufwändige Prozedur noch einmal und es reichte gerade so aus, um insgesamt die 90 ml zu erreichen. Endlich ging es zu meiner Familie, die warteten schon ungeduldig auf mich. Zurück war die Freude über den Sieg. Ich war voller Adrenalin und konnte nicht klar denken. Wir fielen uns in die Arme, machten Fotos und mussten uns dann auch schon wieder voneinander verabschieden. Mittlerweile war es 22.30 Uhr und wir hatten alle noch drei bis vier Stunden Fahrt vor uns. Eigentlich war noch ein gemeinsames Abendessen geplant, aber das schafften wir nicht mehr. Meine kluge Carmen hat das Sushi dann kurzerhand to-go bestellt, sodass wir mit ausreichend Proviant, dem ganzen Gepäck und am wichtigsten: MIT DEM TOLLSTEN POKAL Richtung Heimat gestartet sind. Eine Fahrt von drei Stunden, bei der wir erstmals versucht haben, zu registrieren, was dort schönes passiert war. Um jedoch alles zu verarbeiten, es zu bequatschen und sich zu freuen hätten auch 10 h Fahrt nicht ausgereicht. Zwischendurch wechselten wir uns mit dem Fahren ab. Allerdings war ich wirklich mit den Kräften am Ende, sodass Carmen den Großteil der Strecke fahren musste. Zuhause angekommen habe ich mein Auto ausgeladen und mich mit meinem Pokal vor den Spiegel gestellt 😀 Fassen konnte ich es noch immer nicht. 45 Minuten heiß duschen inklusive Körperpeeling haben immerhin geholfen meine Dusche braun einzufärben und ein wenig der krassen Karibikbräune loszuwerden. Ich konnte mental etwas „runterfahren“ und bin direkt danach müde ins Bett gefallen.

Am Morgen aufgewacht: der erste Moment „autsch – Muskelkater“, umgedreht und „WAS? KEIN TRAUM“ – ich habe mein Handy betätigt und das erste was ich sah war ein Foto von der Bühne. Direkt schossen mir die Freudentränen in die Augen. Ich hatte es nicht geträumt. Nein, ich bin es: Deutsche Meisterin & Pro Athletin. Unfassbar. Ich sprang sofort aus dem Bett und flitzte zu meinem Pokal. Da blieb mir dann auch nicht mehr viel, als groß zu staunen. Ich lief durch meine Wohnung, machte laut Musik an und war verwirrt, was ich eigentlich tun sollte. Ich fing an meinen Bikini zu säubern und das Gepäck auszuräumen – unterbrochen von Freudenschrei, Freudentränen und -tanz. Kurze Zeit später rief mich Carmen an: „Sina, es ist kein Traum – es ist wahr. Komm, wir nehmen den reservierten Tisch wahr und treffen uns in 20 Minuten zum Brunch“. Da saßen wir nun mit einem Prosecco, tollem Frühstück und aus uns sprudelte es nur voller euphorischer Erinnerungen. Andere wären nach dem Wochenende sicher froh, sich erstmal nicht wiedersehen zu müssen – bei uns ist es anders. Nichts hätten wir lieber getan als uns auszutauschen und die gemeinsame Zeit zu genießen – „einmal die Uhr anhalten bitte“.
Selbstverständlich kam auch die Frage auf, wie sich nun die Zukunft gestaltet. Denn eigentlich war es der Plan, vorerst keine Wettkämpfe und vor allem keine Wettkampfvorbereitungen mehr anzustreben. Die Pläne hatte ich aber nun über Bord geworfen. Schließlich habe ich von nun an zwei Jahre die Möglichkeit international an Pro-Wettkämpfen teilzunehmen. Und genau das ist mein neues Bestreben, mein neues Ziel und mein neuer Traum nachdem ich mir an diesem Wochenende direkt zwei meiner sportlichen Ziele & Träume auf Mal erreicht bzw. erfüllt hatte.
Im Januar wird sich entscheiden, an welchem Ort ich mein Pro Debüt angehen werden (hm..m.. Las Vegas, New York oder…). Es bleibt also weiterhin spannend.
Morgen folgt eine Fortsetzung der etwas anderen Art, denn Carmen hat einen Gastbeitrag verfasst, in dem sie den Tag, Ihre Eindrücke und Gedanken Revue passieren lässt.

Eure Sina

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